Chronik

Anlässlich der Feier des 20- jährigen Bestellen des Leverkusener – Marine – Club e. V. am 22.04.95 hat der 1.Vorsitzende des LMC Helmut Rehbein und Georg Niessen folgende Chronik geschrieben:

Der Leverkusener – Marine – Club e. V. ist hervorgegangen aus der Reservistenkameradschaft Marine Leverkusen. Diese hatte drei Abteilungen, nämlich Schießsport, Wandern und Wassersport.

Luftbildaufnahme von Hitdorf aus den 50er Jahren.
Mit freundlicher Genehmigung von Astrid Behrendt Quelle: Ein Spaziergang durch das alte Hitdorf

Die Wassersportabteilung sah zur Verwirklichung ihrer Ziele, nämlich von eigener Basis aus mit eigenen Booten dem Wassersport nachzugehen, einen selbstbestimmten Handlungsbedarf, der auf der Grundlage der RK-Satzung nicht zu verwirklichen war. Daher kam man, allen voran und voraus Erhard Ruhnau, auf die Idee den Mitgliedern der Wassersportabteilung der RK in einem eingetragenen Verein einen selbständigen Handlungsrahmen zu schaffen. Diesen Verein gab man den Namen: Leverkusener-Marine-Club e. V.

Dieser wurde am 29.04.1975 gegründet und am 14.06.1975 in das Vereinsregister eingetragen. Die ersten und weiteren Jahre waren durch Suche nach Ausgangsbasis und mit der Beschaffung vereinseigener Boote bestimmt. Für einen Standort bestanden zwei Vorstellungen, nämlich zum einen im wasserreichen und in erreichbarer Nähe gelegenen Holland, zum anderen noch heimatnaher Talsperren oder dem Rhein. Eine realisierbare Möglichkeit zur Errichtung einer Basis zeigte sich viele Jahre lang nicht, obwohl etliche Möglichkeiten erkundet und geprüft wurden.

Der Bootsbetrieb wurde schon früh mit Booten, die die Marine ausgemustert hatte, aufgenommen; es waren zwei „Piraten“ und zwei Boote der Bauart „Krabbe“. Dazu kam der heutige „Fitzepitz“ damals Privatboot unter dem Namen „Skorpion“; später dann Merlin und Sturmboot, die über Umlagen der Vereinsmitglieder finanziert wurden. 1984 kam die Marinepinasse „Butt“ wiederum als ausgemustertes Marineboot dazu.

Zuletzt wurde 1992 ein Daycruiser angeschafft, unter dem Namen „Delphin“. In den Anfangsjahren zogen die Clubmitglieder mit den Booten zu Zeltlagern an die Bevertalsperre. Über die Zeit wird berichtet, dass sie sehr lustig und erfreulich war.

Die Standortfrage wurde gelöst, als der Hitdorfer Hafen, genauer gesagt der Bereich der Kaimauer, Anfang der 80iger Jahre vom Industrie – zum Sportboothafen umgewidmet wurde. Erhard Ruhnau bekam damals als Mitglied der Bezirksvertretung 1 von Leverkusen von der Umwidmung früh Kenntnis und stellte für den LMC Ansprüche. Zunächst war eine kleine Lösung an der hohen Kaimauer ins Auge gefasst, die Liegeplätze für die vereinseigenen Boote bieten sollte. Es ist der Bereich der Steganlage 1. Später entschloss man sich zu einer großen Lösung, die auch Platz für Privatboote schaffen sollte; der erweiterte Bereich ist die Steganlage 2 an der niedrigen Kaimauer.

Die große Lösung war mit den wenigen RK – Mitgliedern nicht zu bewältigen. Der Club öffnete sich deshalb für jedermann, und seit 1983 traten überwiegend Nicht – RK Mitglieder dem Verein bei.

Heute gehören von den insgesamt 27 Mitgliedern 8 zugleich der RK an.Waren zunächst überwiegende und sichernde Aufgaben zu bewältigen, machte der Aufbau der Steganlage ab 1984 unter maßgeblicher Mitwirkung unseres Hafenmeister Josef Helligrath schnelle sichtbare Fortschritte.

1985 wurden die Pylonen der Steganlage 2 gegossen, 1987 die gesamte Steglänge fertig gestellt; 1988 erfolgte die letzte baurechtliche Abnahme und anschließend der Ausbau mit Installierung von Strom- und Wasseranschlüssen. Nach misslungenen Überbau der Niedergangsplattform mit Aufenthaltsraum (so genannter Kaffebude) und dessen Abriss erhielt der Hafen des LMC 1989 den Status eines Stützpunktes des Deutschen Motoryachtverbandes.

Der Aufbau der Steganlage nahm die finanziellen Kräfte des Vereins so sehr in Anspruch, dass die vereinseigenen Boote nicht die erforderliche Pflege und Wartung erhielten.

Vier Marineboote verrotteten und zuletzt auch die Marinepinasse „Butt“. Das Kajütsegelboot „Merlin“ musste als Wrack verkauft werden. Zum Ersatz der verloren gegangenen Boote kaufte der LMC zwei Regattasegler der Klasse 470 er mit den Namen „Kimba“ und „Simba“ und die Jugendjolle „Fitzepitz“. „Kimba und „Simba“ wurden in diesen Jahr abgegeben da kein Interesse mehr vorhanden war, nur die Jugendjolle und der „Delphin“ stehen den Mitgliedern noch zu Verfügung.

Die Jugendabteilung des LMC wurde 1987 aufgebaut; sie ist zahlenmäßig bis Heute sehr schwach, doch wurden die Segelboote von den Jugendlichen viel genutzt, allein 1989 segelten Sie die Jollen 184 Stunden und legten mehr als 1000 Km durchs Wasser zurück.

Der Aufbau der Steganlage hat vor allem sehr viel Arbeitsstunden der Mitglieder gekostet; an den Arbeitsstunden waren die Mitglieder und auch die Jugendlichen mit unterschiedlichen Eifer beteiligt.

Am 1.03.1991 hat sich der Leverkusener Marine Club noch ein weiteres Teil zugelegt, und zwar den Bootshebekran im Hitdorfer Hafen. Der Kran stand im Zuge der Liquidation seines Vorbesitzers, der Raika Bootshandel GmbH zu Verkauf an. Der LMC erhielt schließlich den Zuschlag wegen seiner unmittelbaren Nachbarschaft und der Möglichkeit, den Betrieb durchgehend aufrecht zu erhalten.

1994 war für dem LMC ein Glücksjahr, nach fast 20 jähriger Suche ist es uns gelungen im Hitdorfer Hafen ein Clubheim zu bekommen. Der Bauer Josef Diepes hatte uns eine Wohnung vermietet, in der, der LMC seine Wünsche verwirklichen konnte. Dieses Clubheim wird mit der 20 Jahr Feier eingeweiht.

1989 ist der Gründer und Vorsitzende Erhard Ruhnau von seinem Amt zurück getreten und 1990 aus dem Verein ausgetreten. Von 1989 hatte die Geschäftsstelle als 2. Vorsitzenden und seit 1990 den Vorsitz des LMC Helmut Rehbein.